Übergabe der ersten 3.000 Unterschriften bei Vorstellung der Szenarienstudie
Das Bündnis „TuK muss bleiben!“ will am 29.06. zu Beginn der gemeinsamen Ausschusssitzung zur Vorstellung der Szenarienstudie des Architekturbüros LRO die innerhalb der letzten vier Wochen gesammlten mehr als 3000 Unterschriften gegen den Abriss des Theater und Konzerthaus an den Oberbürgermeister Daniel Flemm übergeben.
Großes Unverständnis gegenüber den Abriss-Planungen
Die Mitglieder des Bündnisses, Kulturschaffende, Menschen und Organisationen aus Kultur und sozialem Engagement, haben beim Sammeln der Unterschriften für ihre Petition sehr viele Gespräche geführt. Dabei stießen sie auf großes Unverständnis gegenüber diesen Abriss-Planungen. Die Petition traf deshalb auf eine überwältigende Zustimmung unter den Besuchern des Theater und Konzerthaus, ebenso wie in der Solinger Gesellschaft insgesamt. Dabei wurde festgestellt, dass viele Menschen eine starke emotionale Bindung zum TuK am jetzigen Standort haben. Gewünscht wird der Erhalt und die Sanierung des Gebäudes, wie es im Rat schon längst nach detaillierten Untersuchungen beschlossen wurde.

Auf außerordentliches Unverständnis stieß dagegen die Planung einer zentralen Feuerwache eben an dieser Stelle. Bis zum heutigen Tag ist das Theater und Konzerthaus ein lebendiges und einladendes Portal zur Innenstadt, dass durch die geplante Feuerwache an dieser Stelle nicht einmal im Ansatz ersetzt werden kann. Im Gegenteil, die gesamte Innenstadt würde durch zusätzliche Lärm- und Verkehrsbelästigung weiter an Lebensqualität verlieren. Das direkte Umfeld des TuK, wie die Seniorenresidenz, das Hotel, die Gastronomie, das letzte noch existierende Musikinstrumente-Geschäft Solingens, das Proberaumhaus Monkeys, die Musikschule Da Capo und das Mehrgenerationenhaus werden durch diese Pläne spürbar abgewertet. Die nördliche Innenstadt würde weiter geschwächt. Die Wege der Rettungsfahrzeuge würden länger werden.
Endkosten der Planungen nicht absehbar
Das Bündnis „TuK muss bleiben!“ hält es für mehr als wahrscheinlich, dass die Endkosten einer Umsetzung der Pläne, den Abriss des TuK und den Neubau eines Kulturhauses auf dem Omegagelände, deutlich höher sein werden, als die Kosten einer notwendigen und zweckmäßigen Renovierung des TuK. Diese Erfahrung haben bereits etliche andere Städte mit ähnlichen Großprojekten gemacht. In Folge höherer Kosten sind dann Kürzungen, nicht nur im Solinger Kulturangebot, zu erwarten. Abschließend bleibt festzustellen, dass in der Szenarien-Studie des Stuttgarter Architekturbüros LRO GmbH & Co. KG die Bedeutung des Theater und Konzerthaus, so wie es ist und eben an dieser Stelle, völlig unterbewertet wird.
Teure Machbarkeitsstudie soll übereilt beschlossen werden
Bereits zwei Tage nach der offiziellen Vorstellung der Szenarienstudie in der Solinger Politik soll der Rat nach Vorgabe der Stadtspitze in der letzten Ratssitzung vor den Sommerferien schon entscheiden, ob die Machbarkeitsstudie mit aktuell angesetzten Kosten von 175.000 € (!) in Auftrag gegeben werden soll.
Warum hat es die Stadtspitze so eilig? Bei einer so hohen Ausgabe sollten die Ratsmitglieder vorher genug Zeit haben, um sich zuerst einmal mit dem Ergebnis der Szenarienstudie zu beschäftigen, um dann eine gründlich durchdachte und ausführlich begründete Entscheidung für ein so teures Gutachten treffen zu können. Die Solinger Politik sollte sich auch bewusst sein, dass die Bürgerschaft solchen Ausgaben sehr kritisch gegenübersteht.

