Der Abriss des TuK würde die Innenstadt weiter schwächen.
Das Theater und Konzerthaus (TuK) ist heute das Tor zur Innenstadt. Es unterstreicht mit dem Kulturzentrum an dieser Stelle die kulturelle Bedeutung der Innenstadt und Solingens insgesamt. Das TuK liegt zentral in der Solinger Nordstadt. Diese hat immer noch starke städtebauliche und soziale Probleme.
- Es gibt sehr wenige private Grünflächen. Die zahlreichen Baumfällungen in der Nordstadt wurden nur ungenügend durch Baumneupflanzungen ausgeglichen. Die klimatische Situation in den zunehmenden Hitzetagen ist in der Nordstadt besonders problematisch. Durch den Bau der Hauptwache auf dem heutigen TuK-Gelände müssten viele große, schattenspendende und kühlende Bäume gefällt werden.
- Die Sozialdaten der Stadt belegen, dass die Nordstadt einen besonderen Förderbedarf hat. So leben in der Nordstadt z.B. deutlich mehr arme Menschen als in anderen Stadtvierteln Solingens, auch als im Innenstadtzentrum. Die Verwaltungsauskunft dazu „Die Nordstadt mit dem Schlagbaum und der Konrad-Adenauer-Straße ist als Quartier der Innenstadt nicht gleichermaßen von Herausforderungen geprägt wie der Kern der Innenstadt. Es ist hier durchaus vorstellbar, dass die Nordstadt auch ohne das TuK ein gut funktionierendes Quartier bleibt.“ geht offensichtlich an der Realität vorbei.
- Das heutige TuK wertet die Nordstadt kulturell auf. Das TuK öffnet sich zunehmend zur Nachbarschaft. So ist u.a. das open-stage-Programm eine wichtige Unterstützung der Vereine und Einrichtungen in der Nordstadt. Das wichtigste Hotel der Innenstadt, an der Kronprinzenstraße, profitiert stark von dieser Lage. Läge es unmittelbar neben einer zentralen Feuerwehr- und Rettungswache würde seine Existenz gefährdet. Die Musikschule Da Capo profitiert ebenso von der Nähe des TuKs wie das einzige Solinger Musikinstrumente-Geschäft an der Konrad-Adenauer Straße. Auch die Gastronomie, wie z.B. das Restaurant Di Vino und das Brandys würden deutlich geschädigt. Heute haben sich mit dem Monkeys, dem TuK, der Musikschule Da Capo, dem Mehrgenerationenhaus und dem Rollhaus kulturelle und soziale Nutzungen in einem schwierigen Umfeld angesiedelt, die durch den Ersatz des TuK durch eine Hauptfeuerwache deutlich geschwächt würden.
- Die zentrale Innenstadt-Lage der geplanten Hauptfeuerwache statt zweier dezentral liegender Feuerwachen, die zurzeit wichtige Bereiche der Stadt gut abdecken, würde zu verlängerten Anfahrzeiten für die Feuerwehr zu den umfangreichen Solinger Randbereichen und zu den zunehmend gefährdeten Waldgebieten im Ittertal und im Tal der Wupper führen. Zudem müssten mehr Feuerwehreinsätze durch die Innenstadtstraßen fahren, als dies heute der Fall ist. Dadurch entsteht eine verstärkte Verkehrsbelastung mit mehr Staus und Sirenenlärm u.a. auf der Konrad-Adenauer-Straße und der Goerdelerstraße. Das Seniorenheim neben einer Hauptfeuerwache wird ebenso stark belastet wie die weitgehend 4-geschossige Bebauung an der Konrad-Adenauer-Straße und der Goerdelerstraße.
Diese Planung wird die Innenstadt und die Nordstadt, deren Aufwertung allseitig als notwendig erkannt ist, nicht stärken sondern weiter schwächen.