Diskussion um die Zukunft des Solinger ÖPNV

Erfolge unter Bürgerbeteiligung – eine fragile Stabilität

Seit Juni wurde der „neue Nahverkehrsplan“ in fünf Bürgerbeteiligungen und in den einzelnen Bezirksvertretungen vorgestellt 
und diskutiert. 

Dem ging eine 2-jährige, intensive Zusammenarbeit mit der Verwaltung, dem bestellten Gutachter und dem Fahrgastbeirat,den Nahverkehrsplan zu optimieren voraus; damit ein möglichst an den Bedürfnissen der Bürger/innen angepasster Fahrplan und sogar ein extra Nutzen entsteht – ohne zusätzliche Kosten.
  

Der zusätzliche Nutzen wäre einerseits, nach dem Vorschlag des Fahrgastbeirates, fünf Solinger Randgebiete mit 
Kleinbusschleifen zu erschließen; oder wie der von der Stadt bestellte Gutachter vorschlägt, Anruf-Linien-Taxen oder eine 
neue Buslinie von Wald Mitte Richtung Gräfrath einzurichten, die die Gewerbegebiete Dykerfeld und Piepersberg anbindet.

Die zahlreichen, zusätzlichen Anregungen, die während der vielen Veranstaltungen eingingen, zeigen auch die 
rege öffentliche Beteiligung an diesem wichtigen Thema. Diese Anregungen sollen in den Bezirksvertretungen in Form einer
Beschlussvorlage vorgelegt werden. (siehe Stadt Solingen-Informationsvorlage: Vorlagen-Nr. 2282) 

Kürzlich, am 21. August und der 11. Sitzung des Fahrgastbeirates, wurde dann die Weiterentwicklung der Marketingkonzepte
vorgestellt. Auch dafür hat die Stadt einen Marketingspezialisten engagiert, der lebendig eine Strategie präsentierte. Auch hat 
die AG-Marketing des Fahrgastbeirates ihr bereits bestehendes Marketingkonzept in Hinsicht auf die inhaltliche und äußerliche 
Darstellung des ÖPNV`s erweitert dargestellt. Laut Verwaltung soll ein Team für Marketingaufgaben gebildet 
werden und eine Stelle im Bereich Marketing wurde bereits an eine bestehende Mitarbeiterin vergeben.
Abschließend wurde in der Sitzung dem Antrag einstimmig zugestimmt, der u. a. beinhaltet: die AG-Marketing in die Erstellung 
des Marketingkonzeptes mit einzubeziehen und die Kommunikation mit den Fahrgästen und den BürgerInnen zu 
stärken.

Die zukunftsgerechte Weiterentwicklung des ÖPNV`s durch Attraktivierung, Einnahmeverbesserung und Optimierung 
ist also auf einem sehr guten Weg – so könnte man glauben.

Allerdings läuten seit geraumer Zeit die Alarmglocken. Der Haushalt ruft um Kürzung. 
Nun soll der Zusatznutzen wegfallen und der aufwendig, bis ins Detail diskutierte Nahverkehrsplan weitere Kürzungen 
erfahren und demnach erneut überarbeitet werden.

Zwei Wochen nach der Versammlung des Fahrgastbeirates am 21. August 2012 stehen die beteiligten Mitglieder völlig überrumpelt da.

Ist diese Vorgehensweise strategisch sinnvoll? fragen sich die einen; andere stellen vielleicht ihre ehrenamtliche Tätigkeit in Frage, mit der Aussage: „Viel Zeit für Nichts investiert.“

Wichtig ist im Grunde genommen genau das Gegenteil, die Stärkung des Ehrenamtes und die Einsicht „wir haben viel erreicht und wollen die festgelegten Beschlüsse auch realisiert sehen.“

Mit dem Beschluss des Rates vom 08.7.2010 bildet die HSK-Maßnahme 205 die Grundlage für die Arbeit des Fahrgastbeirates und wurde mit folgender Bezeichnung beschlossen:

„Zukunftsgerechte Weiterentwicklung des ÖPNV durch Attraktivierung, Einnahmeverbesserung und Optimierung.“

Autorin:
Heide Sousa
für den Fahrgastbeirat

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